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Stimmen aus dem Arbeitsalltag von Professor*innen an privaten Hochschulen

  • Autorenbild: ProPriHo
    ProPriHo
  • 17. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. März



Wie arbeiten Professor*innen an privaten Hochschulen wirklich? Diese Teilstudie des Forschungsprojekts ProPriHo lässt sie selbst zu Wort kommen. Die Ergebnisse zeigen ein vielschichtiges Bild: engagierte Lehre, eingeschränkte Forschung – und ein Arbeitsalltag zwischen akademischem Anspruch und ökonomischen Rahmenbedingungen.


Ein wachsender Hochschulsektor – mit wenig Einblick

Rund 26 Prozent aller Hochschulen in Deutschland sind inzwischen privat getragen, etwa 13 Prozent der Studierenden lernen dort. Das vom BMFTR geförderte Forschungsprojekt „Professor:innen an Privathochschulen“ (ProPriHo) hat bundesweit 1.213 Professor:innen befragt; 219 von ihnen nutzten ein offenes Kommentarfeld für persönliche Einschätzungen. „Uns war wichtig, die Professorinnen und Professoren nicht nur anzukreuzen zu lassen, sondern ihnen Raum für ihre eigenen Worte zu geben“, sagt Alena Klenke (Projektmitarbeiterin). „Hier sprechen Professorinnen und Professoren sehr direkt darüber, was im Alltag funktioniert – und was nicht.“


Lehre mit Engagement – aber wenig Spielraum

Viele der Befragten berichten von einem hohen persönlichen Einsatz für gute Lehre. Kleine Gruppen, Praxisbezug und direkte Betreuung von Studierenden werden häufig als positive Aspekte genannt. Gleichzeitig schildern zahlreiche Professor*innen zunehmende Standardisierung und administrative Vorgaben. Lehrmaterialien, Prüfungsformate oder digitale Lehrstrukturen werden teilweise zentral vorgegeben.

„Private Hochschulen legen traditionell einen starken Fokus auf Lehre“, erklärt Prof. Dr. Marcel Schütz (Teilprojektleiter). „Das kann sehr positiv sein – wird aber problematisch, wenn dadurch akademische Gestaltungsspielräume schrumpfen.“

Gerade in diesem Spannungsfeld entscheidet sich oft, wie zufrieden Lehrende mit ihrer Arbeit sind.


Forschung zwischen Anspruch und Realität

Besonders kritisch äußern sich viele Professor*innen beim Thema Forschung. Fehlende Zeitressourcen, hohe Lehrverpflichtungen und begrenzte finanzielle Unterstützung erschweren kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit.

Alena Klenke fasst viele Rückmeldungen so zusammen:

„Der Anspruch zu forschen ist da – aber die strukturellen Voraussetzungen fehlen oft.“

In den Kommentaren berichten mehrere Befragte, dass Forschungsprojekte oder Publikationen häufig in der Freizeit entstehen. Für viele ist wissenschaftliche Arbeit damit weniger institutioneller Auftrag als persönliches Engagement.


Organisation zwischen Hochschule und Unternehmen

Auch die Organisationsstrukturen privater Hochschulen werden ambivalent bewertet. Einerseits loben viele Professor*innen schnelle Entscheidungswege, flexible Strukturen und eine hohe Praxisorientierung. Andererseits berichten einige von stark wirtschaftlich geprägten Managementstrukturen und begrenzter Mitbestimmung.

„Privathochschulen bewegen sich strukturell zwischen Hochschule und Unternehmen“, erklärt Prof. Dr. Marcel Schütz.

„Das kann Innovation fördern – erzeugt aber auch Spannungen mit klassischen akademischen Erwartungen.“


Eine Professur mit besonderen Herausforderungen

Die Studie macht deutlich: Die Arbeitsrealität an privaten Hochschulen ist heterogen. Während einige Professor*innen sehr gute Bedingungen beschreiben, berichten andere von erheblichen strukturellen Herausforderungen.

Für die Forschenden steht fest: Die Rolle der Professor*innen im privaten Hochschulsektor verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit.

„Private Hochschulen sind kein Randphänomen mehr“, sagt Alenka Klenke.

„Wenn wir die Zukunft des Hochschulsystems verstehen wollen, müssen wir auch die Arbeitsbedingungen dort genauer betrachten.“



Der ganze Artikel ist in der Zeitschrift Das Hochschulwesen (Ausgabe 2025|5+6) unter dem Titel ,Forschung findet in meiner Freizeit statt‘ – Wie Professor:innen an Privathochschulen ihr Organisations- und Arbeitsumfeld bewerten (Röbken, H.; Schütz, M.; Klenke, A.; Buchwald, P.; Kastens, C.) verfügbar. Hier klicken.

 
 
 

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